Kurz gesagt: Das Stromnetz in Deutschland und Österreich ist sehr zuverlässig. Längere Ausfälle sind selten. Vorsorgen lohnt sich trotzdem, nicht aus Sorge, sondern weil ein paar Dinge im Schrank den Alltag ohne Strom deutlich leichter machen. Hier stehen die Zahlen, die Ursachen und die Empfehlungen der Fachstellen, jeweils mit Quelle.
Wie lange ist der Strom im Schnitt weg?
| Land | Durchschnitt je Haushalt und Jahr | Quelle |
|---|---|---|
| Deutschland | 11,7 Minuten (2024); im Jahr davor 12,8 Minuten, im Zehnjahresmittel 12,7 Minuten | Bundesnetzagentur, 09.10.2025 |
| Österreich | 16,62 Minuten (2025); im Jahr davor 23,41 Minuten. Laut E-Control der beste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2005 | E-Control, Ausfall- und Störungsstatistik 2026 |
So sind die Zahlen zu lesen: Beide Werte zählen nur ungeplante Unterbrechungen, die länger als 3 Minuten dauern. Außergewöhnliche Ereignisse sind nicht enthalten: in Deutschland Fälle höherer Gewalt, in Österreich sogenannte regional außergewöhnliche Ereignisse wie extreme Unwetter. Die beiden Länder rechnen etwas unterschiedlich, die Werte sind also nicht direkt vergleichbar. Sie zeigen, wie zuverlässig das Netz im Alltag ist. Wie lange ein einzelner größerer Ausfall dauern kann, sagen sie nicht.
Warum fällt der Strom aus?
Der Österreichische Zivilschutzverband fasst die Hauptursachen mit drei Wörtern zusammen: Baum, Blitz und Bagger. Die Statistik der E-Control sortiert genauer:
- Wetter: Gewitter, Sturm, Eis, Schnee, Hitze oder Kälte.
- Einwirkung von außen: zum Beispiel Erd- und Baggerarbeiten, Baumfällungen, Fahrzeuge oder Tiere.
- Technik im Netz: etwa ausgefallene oder gealterte Teile und Fehlschaltungen. Das war 2025 in Österreich die häufigste Ursache ungeplanter Unterbrechungen.
Geplante Abschaltungen, zum Beispiel für Arbeiten am Netz, kündigt der Netzbetreiber vorher an.
Was betrifft ein längerer Stromausfall?
Dauert ein Ausfall länger, betrifft das mehr als das Licht. Das BBK nennt unter anderem:
- Kühlschrank und Herd fallen aus.
- Licht und Heizung funktionieren nicht. Auch Heizungen mit Gas oder Öl brauchen Strom für Pumpe und Steuerung.
- Es kann sein, dass kein Wasser aus der Leitung kommt.
- Internet und Mobilfunk sind gestört, Geldautomaten funktionieren nicht.
Was genau betroffen ist, hängt vom Wohnort ab, betont der Österreichische Zivilschutzverband.
Was Fachstellen empfehlen
- BBK (Deutschland): sich möglichst zehn Tage selbst versorgen können. Auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon sehr.
- Österreichischer Zivilschutzverband: bei der Planung von mindestens 10 bis 14 Tagen ausgehen.
- Europäische Kommission: das Nötigste für mindestens 72 Stunden vorrätig haben (Strategie vom März 2025).
Was im Einzelnen auf die Liste gehört, steht in unserem Ratgeber Vorrat für den Stromausfall. Einen einfachen Einstieg mit Checkliste findest du im Artikel 72 Stunden versorgt.
Wenn der Strom ausfällt: die ersten Schritte
- Radio einschalten: ein Radio mit Batterie oder Kurbel oder das Autoradio, und auf Meldungen warten (Zivilschutzverband).
- Familie informieren: am besten per SMS (Zivilschutzverband).
- Geräte ausschalten: Geräte, die beim Ausfall liefen, ausschalten oder ausstecken. Eine Lampe eingeschaltet lassen, damit du merkst, wann der Strom zurück ist (Zivilschutzverband).
- Kühlgeräte geschlossen halten: so wenig wie möglich öffnen und verderbliche Lebensmittel zuerst verbrauchen (Zivilschutzverband).
- Licht ohne Flamme bevorzugen: LED-Lampen bergen im Gegensatz zu Kerzen keine große Brandgefahr (Zivilschutzverband). Wer Kerzen nutzt, lüftet regelmäßig (BBK) und lässt sie nie unbeaufsichtigt brennen.
- Warm bleiben: sich in einem Raum aufhalten und die Türen geschlossen halten (BBK).
- Nicht drinnen grillen: Das BBK warnt davor, in Wohnung oder Haus zu grillen: Es besteht Erstickungsgefahr.
- Nachbarn im Blick: in Kontakt bleiben und schauen, ob jemand Hilfe braucht, etwa ältere oder kranke Menschen (Zivilschutzverband).
Wenn der Strom wieder da ist
- Prüfen, ob Herd, Bügeleisen und andere Geräte ausgeschaltet sind (Zivilschutzverband).
- Zuerst nur die Geräte einschalten, die du wirklich brauchst (Zivilschutzverband).
- Akkus wieder laden und den Vorrat auffüllen. Dann bist du für das nächste Mal bereit.
Unser Fazit
Ein langer, großflächiger Stromausfall ist unwahrscheinlich. Die Fachstellen sprechen von einem Restrisiko, für das sich ein kleiner Vorrat lohnt. Licht, ein Radio ohne Steckdose, Wasser und eine Kochmöglichkeit ohne Strom decken das Wichtigste ab. Wenn du nicht alles einzeln zusammensuchen möchtest: Unter Sets findest du fertig zusammengestellte Pakete.
Quellen
- Bundesnetzagentur: Versorgungsunterbrechungen Strom in 2024 gegenüber Vorjahr gesunken (09.10.2025)
- E-Control: Ausfalls- und Störungsstatistik (Bericht 2026, Berichtsjahr 2025)
- Österreichischer Zivilschutzverband: Ratgeber Blackout – Was tun, wenn der Strom ausgeht? (PDF)
- Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK): Vorsorge und Handeln bei Stromausfall
- BBK: Autarke Notstromversorgung der Bevölkerung (Fachinformation, PDF; Heizung braucht Strom für Pumpe und Steuerung)
- BBK: Essen und Trinken bevorraten
- Europäische Kommission: EU Preparedness Union Strategy (26.03.2025, Englisch)
Stand der Quellen: Oktober 2026. Ration24 ist ein Händler und mit den genannten Stellen nicht verbunden.